March of the Phantom Brigade und die Fortune Cards

Ich hatte wieder einmal die Gelegenheit bei einem der Wiesbadener D&D Gamedays als Spieler teilzunehmen. Aus reiner Neugierde, wie die Neuauflage der D&D Encounter geworden ist, trug ich mich in eine Runde „March of the Phantom Brigade“ ein. Die meisten Mitspieler kannte ich nur vom Sehen aber es war eine angenehme Runde. Wir spielen an einem Gameday jeweils vier Encounter am Stück, so dass wir den Rhythmus der Küstenmagier nicht einhalten.

Was die Sache für mich doppelt spannend machte, war die Tatsache, dass ich das erste Mal die D&D Fortune einsetzen konnte. Diese stark umstrittene Erweiterung für Dungeons & Dragons 4th Edition reizte mich schon bevor ich die Booster im Schrank stehen hatte.

Mein vorläufiges Fazit ist: Beides ist deutlich besser als man vom Hörensagen vermuten würde! Vorläufig deswegen, weil die Encounter 5-12 im Abenteuer noch ausstehen und ich erst noch mit den Fortune Cards ein wenig herumexperimentieren muss.

Der „March of the Phantom Brigade“ hat für Encounter-Verhältnisse eine recht schöne Geschichte und der Fluff kommt nicht zu kurz. Auch wenn das Prinzip so gedacht ist, jede Woche ein anderes Encounter zu spielen, hat man deutlich den Eindruck einer zusammenhängenden und tragfähigen Geschichte. Es geht darum, dass man mit ein paar Siedlern das Castle Inverness erkunden und sichern sollte. Wem beim Stichwort Castle Inverness ein Glöckchen angeht – ja das ist eine Remake des AD&D Klassikers „C2: Ghost Tower of Inverness“ aus den Jahren 1979-1983. Inwieweit das Abenteuer nur Anleihen nimmt oder tatsächlich ein richtiges Remake ist, vermag ich nicht zu sagen, da ich das Original nur vom Hörensagen her kenne und nicht gespielt habe.

Unsere Gruppe ( 2 x Hunter, 2 x Warpriest und 1 x Cavalier) hatte in keinem Encounter wirklich große Probleme. Während der Defender alles auf sich zog und von den Warpriests geheilt wurde, haben die Ranged Striker aus der Distanz ziemlich aufgeräumt. Besonders gut kam mein Hunter im letzten Encounter zur Geltung, in dem ohne Ende (im Wortsinn) Skelette und Zombies auf die Gruppe zuströmten. Ich habe es in einer Kampfrunde tatsächlich mit einem 1st Level Charakter geschafft, 13 Gegner abzuräumen. Ok, es waren Minions aber die Aktion war dennoch gut genug um einem „Moment of Greatness“ zu erzielen.

Die Fortune Cards haben mir wirklich gut gefallen, auch wenn ich sie gar nicht richtig genutzt habe. Ich hatte in voller Naivität einfach fünf Booster mitgenommen, aufgerissen und als Deck verwendet. Dafür war bei einem Deck von 40 Karten doch recht viel Brauchbares an den richtigen Stellen dabei. Wenn ich mir vorstelle, Zehn-Karten-Decks zu machen mit den wirklich guten Karten und das jeweils an den Charakter angepasst, sehe ich ein riesiges Potential in den Fortune Cards. Was mir neben den Boni und Specials an den Karten gut gefällt, dass sie die Spieler animieren, einmal etwas anderes als immer nur eine Standardaktion durchzuführen. Wenn eine Karte einem ein Move ohne Opportunity Attack durch die Gegner oder einen freien Shift ermöglicht, dann macht man das in der Regel auch gerne und bringt so Abwechslung in das Spiel.

Ein rundum gelungener Gameday und selbst wenn die Veröffentlichungen der Wizards immer sehr kritisch beäugt werden: „March of the Phantom Brigade“ und die Fortune Cards machen großen Spaß zu Spielen.

3 Responses to March of the Phantom Brigade und die Fortune Cards

  1. TheClone 18. April 2014 at 11:42 #

    Hm ,das hört sich ja nicht schlecht an. Die regelmäßigen Berichte habe ich schon gesehen ,aber nicht gelesen. Ist ja doch ne Menge und bei denen kann ich das mit dem subjektiven Faktor noch schlechter einschätzen. Darum danke für deine ausführliche Antwort. Schön, dass es ne gute Richtung nimmt. Mal gucken, wohin die Reise noch gehen wird. Ich habe derzeit mit 4e wenig am Hut, auch weil ich recht enttäuscht vom Vorgehen von WotC bin, aber auch mangels Gelegenheit. Irgendwann die nächsten Monate muss ich mich da mal wieder drum kümmern. Wäre halt interessant, wenn es hier (Karlsruhe) mal eine Encoutners-Runde geben würde, wo ich mitspielen könnte.

  2. Reto M. Kiefer 18. April 2014 at 11:42 #

    Danke für den Hinweis mit den Schriftarten. Ich habe die Schrift in eine deutlich lesbare Bildschirmschriftart geändert. Wenn es bei Dir jetzt besser zu lesen ist, lass' es mich bitte kurz wissen.

    Ich muss die Fortune Cards noch einmal gründlicher studieren. Ich kann nur aus der Runde von gestern berichten und das war wirklich zufällig. Aber es sind mehr Goodies, die nicht direkt zur Charakterstärke zählen. Beispielsweise hatte ich eine ziemlich gute Karte, die mir für den Fall, dass ich auf 0 Trefferpunkte ginge, einen Healing Surge abziehen würde und ich statt dessen mit 1 HP enden würde. Oder eine ähnliche Karte, die es mir erlaubt hätte eine freie Basic Attack auf den Gegner meines Verbündeten zu starten, wenn er diesen gerade auf 0 Hit Points gehauen hätte. Oder es ist ein zusätzlicher Shift von sich, einem Alliierten oder einem Gegner drin, oder aber man darf einen vergeigten Treffer- oder Skilltest erneut würfeln (ähnlich wie das Halblingsglück). Die Effekte sind aber in der Regel an Bedingungen geknüpft, bei denen es schwierig sein kann, dass sie genau erfüllt sind, wenn man die Karte auf der Hand hat.

    So viel für den Moment. Wenn ich einmal ein optimiertes Deck im Einsatz hatte, schreibe ich noch ein Post dazu – versprochen.

    Nun zu dem Fluff der aktuellen Encounter Reihe. Wer hier mitliest, merkt vermutlich recht schnell, dass ich dazu neige, meine Erwartungshaltung niedrig zu halten und mich lieber positiv überraschen zu lassen als umgekehrt.
    Ich habe zwei Encounter (Wizard's Apprentice und Dark Sun) geleitet und teilweise auch gespielt. Die Dark Sun Encounter waren mit die übelsten Aneinanderreihungen von Encountern, die ich so gespielt habe. Bei Wizard's Apprentice hatte man eine Menge Fluff aus den Forgotten Realms und Waterdeep, aber ein bisschen mehr als Encounter-Kit war es auch nicht. Der geneigte DM hätte mit etwas mehr Hintergrundwissen zu den Realms etwas draus machen können. Bei der Phantom Brigade ist deutlich mehr Story auf den Rippen. Die NPCs sind für WotC-Verhältnisse echte Charaktere, die Geschichte den Siedlerkonvoi zu begleiten und den Platz für die neue Siedlung zu sichern, geben einen guten Storybogen für die ersten vier Encounter. Das Einbinden von Personen und Locations aus anderen Veröffentlichungen gibt ein ganz nettes Bild für die ab, die schon im Nentir Vale unterwegs waren (etwa in Hammerfast oder in Keep on the Shadowfell). Auch das Finale des vierten Encounters, indem die Phantom Brigade das erste mal theatralisch angekündigt wird ist stimmungsvoll. Dann die Anleihen bei AD&D durch den Titel des Abenteuers (ich muss mal überprüfen inwiefern sich die beiden auch inhaltlich gleichen) und schließlich der geheimnisvolle Verweis auf eine andere Welt namens Greyhawk, wie ich sie noch aus der 1st Edition von AD&D kenne. All das hat mir einen unterhaltsamen Sonntag Mittag bereitet.

    Das Nentir Vale, die aktuelle Kampagnenwelt von D&D 4 (naja Welt ist etwas übertrieben) und der Encounter bringt nicht so viel Fluff mit wie andere Settings. Aber die D&D Encounter sind gut darin eingebettet und tragen so selbst zum Fluff der "Welt" bei, indem eine Location um einen Aspekt erweitert wird und eine neue Location vorgestellt wird.
    Man muss dieser Art von Abenteuer zu Gute halten, dass die Encounter davon ausgehen, dass man jede Woche nur ein Encounter spielt. Und das sehr wahrscheinlich mit einem anderen Spielleiter und anderen Spielern. Dass die Encounter im Zusammenhang, so wie wir sie spielen, dann doch eine Runde Sache ergeben ist schon eine Leistung.

    Wenn Du weitergehende Erfahrungsberichte zu den Encountern möchtest, kann ich Dir http://dungeonsmaster.com/dd-encounters/ empfehlen. Die berichten von jeder Encounter-Woche als Blogpost und als Podcast.

  3. TheClone 18. April 2014 at 11:42 #

    Deine Schriftart kann man bei mir (Opera) kaum lesen.

    Wie viel Unterschied machen denn die Fortune Cards von der Charakterstärke her? Und kann Du den Fluff bei MofPB genauer beschreiben? Ist ja oft etwas relativ so eine Einschätzung und bei WotC ist man an der Stelle Kummer gewohnt.

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