Die One-Roll Engine

Im Rahmen meines Berichts aus der Godlike Runde schulde ich noch einen kleinen Exkurs zum Thema One-Roll Engine (ORE), die in Godlike Verwendung findet. Aber Godlike ist nicht das einzige System mit Superhelden-Kräften, das auf die ORE aufsetzt. Mit dem Ableger Wild Talents steht ein weiteres Rollenspiel aus dem Genre zur Verfügung, das auf die beliebte Engine setzt. Wild Talents ist nicht umsonst der Nachfolger von Godlike und spielt in unserer Welt nach dem WW II und beschäftigt sich mit den aus Godlike bekannten Superkräften.

Die ORE kommt mit einem Satz von D10 aus. Zusammen aus einem Skillwert und dem dazugehörigen Attribut wird ein Dicepool gebildet, dessen Würfel den aufaddierten Werten entsprechen. Ziel ist es nun ein Set zu würfeln, das aus gleichen Augen besteht. Die Anzahl der gleichen Augen ist die Weite des Wurfs, die Höhe der Augen die Höhe. Die Weite regelt die Geschwindigkeit der Aktionsausübung wohingegen die Höhe die Güte des Erfolgs bestimmt. Im Kampf kommt noch dazu, dass durch die Höhe und Weite des Ergebnisses die Treffer-Lokation bestimmt wird.

Bei den Systemen mit Superkräften kommen neben dem normalen Würfel noch zwei weitere Würfelarten hinzu, die in einem Pool Verwendung finden können und die Punkte erworben werden. Ein Hard-Die ist immer eine 10 und ein sogenannter Wiggle Die kann einen Wert zwischen 1 und zehn annehmen. Wiggle Die sind die begehrtesten Würfel in einem Pool, dementsprechend teuer sind sie.

Was mir an dem System gut gefällt ist die Tatsache, dass die ORE trotz des einen Wurfes sehr flexibel ist. Lässt man sich für eine Aktion mehr Zeit als üblich, wird das mit einem zusätzlichen Würfel belohnt. Bei den Schadenstypen wird zwischen tödlichem Schaden und Stun-Damage unterschieden. Jedes Körperteil hat eine bestimmte Anzahl von Trefferpunkten – sind diejenigen eines Körperteils zerstört wird der Teil des Körpers unbrauchbar, was im schlimmsten Fall zum Tode führt.

Eine Sache, die mir besonders gut gefällt (ich mag im Rollenspiel Situationen, die nach einem finalen Rettungsschuss schreien) ist der Called Shot. Hierbei wird ein Würfel aus dem Pool entnommen, ein weiterer auf die Körperpartie gedreht, die getroffen werden soll und mit dem Rest gewürfelt. Würfelt man gut ist es mit einem gezielten Kopfschuss durchaus möglich, einen Gegner in einer Runde aus dem Kampf zu nehmen. Alleine dieses Feature macht für mich die ORE zu einem Favoriten.

Wenn ich darüber nachdenke, dass ich kürzlich in einer D&D4 Runde, als ein finaler Rettungsschuss dringend gefragt war, rund acht Runden brauchte, um den Gegner kampfunfähig zu machen und zusätzlich jede Menge an Combat Conditions austeilen musste, um die Geisel am Leben zu erhalten, ist ORE sehr effektiv. Dass sich die Gegner auf diesem Weg aber auch den Charakteren nähern können, muss man in Kauf nehmen. Die ORE ist tödlich, aber das macht sie für beide Seiten so attraktiv.

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