Kooperatives Descent

Der eine oder andere mag den Dungeon Crawler Descent in der 2nd Edition von Fantasy Flight Games kennen. Den mutigen Helden der Spieler steht der fiese Overlord gegenüber, der von eine Art Spielleiter gespielt wird. Man hat also die klassische Rollenspielsituation, alle Spieler gegen den einen Spieler, der die Monster und Ereignisse spielt.

Das macht unbenommen Spaß und ist auch eine der Stärken von Descent. Nun gibt FFG aber für die Game Nights ab und an ein kooperatives Abenteuer heraus.

Kooperativ? Was ist mit dem Overlord? Geht das überhaupt?

Es geht und das wirklich gut. Wir hatten bei Merlins in Wiesbaden eine Descent Game Night, bei der wir uns ohne Overlord gegen das Spiel gestürzt haben, um ein paar Arme Dörfler aus den Fängen eines gemeinen Ettins zu retten.

Die ganze Zeit begleitete uns Desmond ein älterer Heiler, der im Dorf übrig geblieben war und die Kinder der entführten Eltern betreute.

Der Ettin war jedoch auch nicht alleine – er wurde von pfeilschiessenden Gobelin, Höhlenspinnen und Merriods umgeben, durch die wir uns durchkämpfen mussten. Zwischendrin wurde immer mal wieder eine Aufgabe gestellt, die es zu meistern galt, etwa Dorfbewohner retten.

Aber zurück zum Kooperativen: Der Spielplan steht nicht wie beim normalen Spiel vorher fest, sondern nach jeder Szene gibt es eine Tür und wenn die geöffnet wird, wird per Kartenzug entschieden, welche Szene folgt. Auf der Karte stehen dann noch Besonderheiten für die Szene. Im Handbuch sind die Szenen kartographiert und etwaige Monster und Suchfelder werden platziert. Es gibt drei Hauptszenen, an denen es dann auch Erfahrungspunkte gibt, die man in neue Fähigkeiten investieren kann.

Die Anzahl der Monster variiert mit der Zahl der Spieler, ebenso kann nach einer gewissen Zeit der Akt II beginnen, damit werden die Monster härter und die Schätze besser.

Wie viele Schätze man bekommt wird auf zwei Skalen festgehalten, und bei einer entsprechenden „Kill-Rate“ kann man Karten vom Loot-Deck ziehen.

Kommt es zum Kampf, was oft der Fall ist, wird für die Monster eine Aktivierungskarte gezogen, die Anweisungen gibt wie und in welcher Reihenfolge die bösen Kreaturen sich verhalten und wen sie zuerst angreifen. Das ist in etwa das, was man vom Computerspiel her als Scripting versteht.

Und so „verhält“ sich das Spiel. Das Szenario erscheint halb per Zufall und die Monster verhalten sich immer mal wieder anders. Allerdings gibt es noch einen Schicksals- und einen Bedrohungsmarker, die sich je nach Spielverlauf aufeinander zu bewegen. Treffen sich beide verlieren die Spieler automatisch das Spiel. Das ist uns auch passiert in der letzten Szene – sehr ärgerlich aber man muss schon sehr effizient spielen, wenn man hier gewinnen will.

Dabei treibt einen das Spiel an. Leerlauf entsteht nie, denn wenn mal alle Monster besiegt sind und die Gruppe dennoch in der Szene verweilt, werden Gefahrenkarten gezogen, die die Gewinnchancen weiter dezimieren.

Ich finde das kooperative Descent sehr angenehm. Man hat ständig zu tun, die ganze Arbeit die sonst der Overlord macht, müssen die Heldenspieler selber machen. Es entsteht kein Leerlauf und ich ziehe kooperative den kompetitiven Spielen zumeist vor. Die Mechanismen wirken ausgereift und das Spiel bleibt auf der ganzen Länge eine Herausforderung.

Es spielt sich deutlich flüssiger als etwa die D&D Brettspiele (Ravenloft etc.) und es wird auch keine Monsterorgie.

Eine sehr gelungene Variante des bekannten Descent 2nd Edition und es bleibt zu hoffen, dass FFG noch einige Szenarien herausgibt.

One Response to Kooperatives Descent

  1. Josie 20. Oktober 2014 at 14:24 #

    Die kooperative Variante steht uns noch bevor. Daher bin ich sehr gespannt darauf.

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