Fluch und Segen von Übersetzungen

Ich kaufe in der Regel meine Brett- und Rollenspiele in englischer Sprache. Das macht die Sache zwar meistens etwas teurer aber man hat das Original, hat es schneller und ist unabhängig von Entscheidungen des deutschen Herausgebers.

Nichts desto trotz finden sich manche deutsche Übersetzungen in meiner Sammlung. Die nimmt man erstmal so hin weil man denkt, es gehöre sich so und das Original weise die gleichen Eigentümlichkeiten auf.

Interessant wird es wenn man – aus welchen Gründen auch immer – das Original und die deutsche Übersetzung hat und man vergleichen kann. Leider fallen die Vergleiche dramatisch schlecht für die Übersetzungen aus.

Auch wenn man solche Urteile sicherlich nicht pauschal abgeben kann, so will ich hier kurz drei Beispiele nennen.

1) „Lure of Expanse“ vs. „Lockruf der Weite“
Eigentlich hatte ich mir die deutsche Version zugelegt, um nicht die ganzen „Fluff-Texte“ übersetzen zu müssen. Aber ich erinnere mich an die eine Situation in der Rogue Trader Runde, in der ich den einen Text vorlas und meine Spieler nur unverständlich schauten. Letztlich habe ich dann den Text der Originalausgabe vorgelesen, weil der wesentlich mehr Sinn machte als dessen deutsche Übersetzung.

2) „The One Ring“ vs. „Der eine Ring“
Hier habe ich mich so geärgert über viele Rechtschreibfehler, dass ich die Übersetzung nie wirklich genutzt habe. Klar – Fehler passieren. Aber ein Buch ist kein „dahin geschriebener“ Blogpost, so dass ich von einem Verlagslektorat und einem professionellen Korrektorat mehr erwartet hätte.

3) „13 Age“ vs. „13 Age“
Hier hat mich ein Satz zu Beginn gleich so abgeturnt weiterzulesen, dass ich hier in Zukunft lieber das Original verwenden werde. Beispiel gefällig?
„Haben deine Spieler erst einmal begonnen, mit Hilfe der besonderen Merkmale ihrer Charaktere die Handlung voranzutreiben, kannst du davon profitieren, wie einfach es dir dieses Spiel macht, genau die Abenteuerinhalte zu erschaffen, die den Spielercharakteren (SC) die Konfrontation bescheren, nach denen ihre Geschichten verlangen.“ – WTF?!?
Das ist eine mehr oder weniger 1:1 Übersetzung aus dem Englischen. Was aber in Englisch noch einigermaßen funktioniert klingt im Deutschen total verquast bis unverständlich. Wenn man nicht weiß, um was es geht wird es hier schwierig.

Nur am Rande: Bei 2) und 3) besitze ich die Übersetzung in hochwertiger limitierter Fassung. Das ändert logischerweise nichts am Inhalt, aber es ist deutlich ärgerlicher als wenn man die normale Version gekauft hätte.

Ich bin sicherlich kein Sprachpedant und mache auch meine Fehler und mein Englisch hat womöglich auch Spielraum nach oben, aber was in den hier genannten Fassungen vorliegt ist für mich leider nicht mehr akzeptabel. Und das bei Preisen von z.T. mehr als € 70 je Buch.

Ich werde in Zukunft bei den Originalen bleiben. So sehr ich die heimischen Verlage unterstützen möchte – aber dafür müsste mehr bei rumkommen als das, was mir vorliegt.

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