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Vorstellung: Elder Signs / Ältere Zeichen

Elder Signs ist ein Brett-/Karten-/Würfelspiel aus dem reichhaltigen Fundus von H. P. Lovecrafts Cthulhu Mythos. Sind die anderen Cthulhu Spiele von Fantasy Flight Games eher sehr langatmig und episch, so kommt man bei den Elder Signs in ein bis zwei Stunden zum Ziel.

Das Spiel ist schon etwas älter, es gibt auch die erste Erweiterung dazu und eine iPad Portierung aber so richtig Spass daran gefunden habe ich erst kürzlich.

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Fremdartige Dinge passieren im Museum von Arkham und eine bunt zusammen gewürfelte Truppe von Ermittlern mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten findet sich am Eingang zusammen, um Raum um Raum zu durchforsten und möglichst viele „Ältere Zeichen“ zu finden. Wenn die Gruppe – ja es ist ein kooperatives Spiel – eine bestimmte Anzahl „Ältere Zeichen“ zusammen hat wird das Spiel gewonnen – wie viele man davon benötigt legt der Große Alte fest, gegen den man antritt, der sich am Museum Zugang zu unserer Welt bahnen will. Umgekehrt bringt jeder der großen Alten Bedingungen mit, mit denen er gewinnt.

Das Spiel selbst dreht sich darum, dass jeder Ermittler in einen Raum geht und versucht, dort ein Abenteuer zu lösen. Der Flufftext ist im Sinne von Lovecraft verfasst und lässt eine cthuloide Stimmung aufkommen. Mechanisch würfelt der Spieler aber immer mit einem Satz von Würfeln gegen Zielvorgaben. Jeder Würfel hat Symbole in unterschiedlicher Häufigkeit aufgedruckt, etwa Lupe(n), Schriftrollen, Tentakeln oder Schädel. Als Ziel könnte nun sein würfele eine Schriftrolle und 4 Lupen. Der Spieler würfelt so lange gegen dieses Ziel bis er es erreicht hat oder daran scheitert. Versagt er verliert er körperliche und/oder geistige Gesundheit und es können weitere schlimme Dinge passieren, etwa Monster erscheinen. Gewinnt er das Abenteuer erhält er Items, Sprüche, Hinweise oder sogar ältere Zeichen.

Auf den meisten Abenteuerkarten ist aber mehr als eine zu bewältigend Aufgabe gedruckt, so dass man mit seinen Würfel-Ressourcen geschickt haushalten muss. Zum Glück kann man gegen Ausgabe von Gegenständen oder durch Spezialfähigkeiten der Figuren einen roten und/oder gelben Würfel dazu nehmen, die die Chancen deutlich zugunsten der Charaktere drehen.

Dennoch bleibt es schwer, denn die Uhr wandert nach jedem Spieler drei Stunden weiter und jeweils um Mitternacht wird eine Mythos-Karte gezogen und es passiert etwa zu Gunsten des großen Alten. Entweder kommt er seinem Sieg näher oder es erscheinen neue Monster u.v.a.m.

Diese Besprechung soll beileibe keine Anleitung sein, dazu sei auf die vielen Video Tutorials verwiesen und nicht zuletzt auf die Episode Tabletop mit Wil Wheaton, in der Elder Signs gespielt wird. Es zeichnet sich aber definitiv durch einen Reichtum an Spielfiguren, älteren Göttern und Monstern aus und sehr unterschiedlichen Räumen.

Die Erweiterung bringt noch einen cursed und einen blessed Zustand in das Spiel, die sich durch spezielle Würfel auszeichnen. Und es gibt neue Ermittler, neue große Alte, neue Ausrüstung und einen Ersatz für den Eingangsbereich des Museums wo sich Spieler bislang heilen konnten oder ihre gesammelten Punkte gegen Dinge eintauschen konnten.

Das Spiel ist leicht zu lernen und spielt sich in zwei Stunden angenehm durch. Durch die Vielfalt an Ermitteln und großen Alten mit jeweiligen Spezialfähigkeiten und viele Items und Artefakte ist das ein ganz großer Spaß für Zwischendurch. Durch die relativ niedrige Komplexität – letztlich müssen Ziele mit einem Würfelpool erwürfelt werden – eignet es sich auch für Runden mit nicht Spieler-Spielern.

Nur ganz kurz zur iPad Portierung, die an andere Stelle nochmals gewürdigt wird: Es ist eine ziemliche 1:1 Umsetzung des Brettspiels. Wer gerne alleine zockt ist damit gar nicht so schlecht bedient.

Wertung 9 / 10: Die hohe Bewertung erschließt sich nicht im Vergleich zu anderen Spielen sondern dem Spieltyp immanent. Für ein einfaches Würfelspiel ist mit dem Fluff von Lovecraft ein stimmungsvolles und wunderschön aufgemachtes Spiel entstanden. Die Erweiterung korrigiert einige Dinge im Originalspiel und erweitert die Mechanik dezent. Spieler anderer Cthulhu Spiele werden sofort Ermittler, Gegenstände und vieles andere mehr erkennen – von den großen alten ganz abgesehen. Wer mit Würfelspiel nichts im Sinn hat wird die Wertung nicht nachvollziehen können, aber dafür, was das Spiel darstellt ist es schon sehr gut gelungen.

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Reactivation program initiated — Hypersleep ends now

Beinahe eineinhalb Jahre sind es her, dass der letzte Post erfolgte. Das Blog war zwischenzeitlich nicht erreichbar, eine Testwiese für Shopsysteme und vieles andere mehr.

Jetzt soll wie immer alles anders werden, denn ich habe mein Leben letztlich so eingerichtet, dass mehr Zeit für die (analoge) Spielerei ist und da ich mich amateurhaft mit (digitaler) Spieleentwicklung beschäftige, werde ich immer mal wieder meine Erfahrungen auch aus diesem Bereich posten.

Sollte sich jemand erinnern, die Rogue Trader Runde gibt es immer noch und die D&D 4 Runde auch, wobei letztere aber auf ihr fulminantes Ende wartet. In einer letzten längeren Sitzung sollen die Charaktere die Hütte von Baba Yaga verlassen und den Erben von Neverwinter, der einer der ihren ist, auf den Thron führen.

Dazwischen lagen viele Interessante Runden mit verschiedenen Systemen. Von Dark Heresy und Pathfinder über Corporation bis jetzt hin zu Rune Quest. Godlike, Marvel, Iron Kingdoms, 13th Age, Night’s Black Agents, Call of Cthulhu und Star Wars – Edge of the Empire u.v.a.m.

Ich selbst arbeite aktuell an einem Double-Crossover, also der Verschränkung von zwei Hintergründen und zwei Regelsystemen. Es soll eine Mischung aus Cthulhu Modern und Night’s Black Agents werden mit einem Regelmix von Gumshoe und Cinematic Unisystem. So sehr ich Gumshoe mag, ich finde Schwächen im Actionteil so stark, der ja irgendwann doch kommt, dass ich diese durch das Cinematic Unisystem auffangen möchte. Wenn ich eine Runde zusammen bekomme, werde ich gerne berichten.

Ich bin in den letzten Jahren auch mehr und mehr auf den Geschmack an Tabletops gekommen. Nach ein paar Runden Infinity, die nicht abgeschlossen sind (meine erste Fraktion wird gerade bemalt) bin ich in Sachen MERCS gerade zu auf den Geschmack gekommen. Bei MERCS besitze ich mit den CCC sogar eine bemalte Fraktion. Aktuell lese ich noch die Regeln von Dust Warefare, denn Minis hätte ich dafür genug.

Soviel zu dem einen Aspekt des Blogs. Aber was ist mit digitaler Spiele-Entwicklung gemeint und was hat sie hier im Blog zu suchen?

Ich bin im Berufsleben und IT-Berater und Software Entwickler und habe in den vergangenen Monaten oder sogar Jahren immer mehr den Wunsch, manche Konzepte aus meinem analogen Spielen in digitalen Medien auszuprobieren. So habe ich mich in die Spiele-Entwicklung für Tablets (iOS und Android) eingelesen – was angesichts dessen, dass ich für beide Plattformen ohnehin entwickle gar nicht so schwer ist. Und ich habe mir Unity 3d und jetzt zuletzt die Unreal Engine angehen. Aber ich bin zu sehr Entwickler, ich kann mit den grafischen Tools wenig bis nichts anfangen – ist wie mit Flash seiner Zeit (alles so schön bunt hier). Und so arbeite ich an einfachen Spielen, und überlege mir, wie Brettspielmechanismen dem Medium adäquat auf Tablets etc. übertragen werden können. Die Umsetzungen von Beispielsweise Elder Sign oder Lords of Waterdeep sind so unerträglich un-innovativ, dass es nur weh tut. Und das ist nur Hobby, das soll erst einmal nicht dem Gelderwerb dienen. Mir fiel nur kürzlich in einer Runde Zombicide auf, dass ich während des Spiels schon die „KI“ eines ähnlichen – aber digitalen Spiels – skizzierte – das sollte einem zu Denken geben.

In diesem Sinne „Welcome back“, sowohl Euch meinen Lesern, als auch mir in der x-ten Iteration als Blogger…