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Tools of the Trade: Battle Map 2.0

Ich experimentiere momentan ein wenig mit Präsentationstechniken für die Rollenspielrunden herum. Ein HD-Beamer, mit dem man Präsentationen zeigen kann ist sehr hilfreich. Wenn ich dann noch dazu komme, kurze Animatics zu erstellen bin schon sehr zufrieden – und der Atmosphäre am Spieltisch tut dies sicher kein Abbruch. Gerade wenn man die Technik sehr leicht und unauffällig per Fernbedienung und iPad steuern kann. Das momentan aber spaßigste Gadget ist eine Battle Map 2.0, die sich in einer Pathfinder-Runde großer Beliebtheit erfreut.

Es handelt sich dabei einfach um einen alten 24″ Monitor, dessen Ständer ich entfernt habe. Glücklicherweise ist das Gerät so konstruiert, dass es eben auf dem Tisch liegt. Darauf werden einfach per Notebook oder iPad Spielpläne angezeigt, die Vergrößerung entsprechend eingestellt und Miniaturen für die Encounter darauf platziert.

Die Konstruktion ist momentan ein bisschen hoch (etwa 4 Zentimeter) und hat von einer Seite keinen so guten Blickwinkel. Beide Probleme sollten sich aber mit einem neueren Modell an Monitor lösen lassen – der 24″ war einer der ersten, die es zu einem vernünftigen Preis zu kaufen gab. Er hat also schon einige Jahre auf dem Buckel. Die Wärmeentwicklung ist nicht weiter beachtenswert solange man keine Schokolade auf den Monitor stellt.

Angesichts dessen, dass den meisten Abenteuern Karten beiliegen, die man Scannen kann, dass man fertige Karten als Grafiken kaufen kann und dass die Wizards of the Coast alle Karten zu jeder veröffentlichten Publikation für alle Insider Abonnenten zum Download freigeben hat man einen riesigen Fundus an hochwertigem Kartenmaterial.

Mit dem Adobe Acrobat lassen sich hervorragend Räume oder Areale mit schwarzen Flächen belegen, damit die Abenteurer nicht immer gleich die ganze Szenerie sehen. Im Verlauf des Abenteuert werden die Flächen einfach wieder entfährt und schon sieht man den nächsten Raum. Bei Grafiken tut es natürlich auch ein entsprechendes Grafikprogramm, mit dem man mittels Ebenen virtuelle Abdeckungen zeichnet und wieder entfernt.

Die 24″ sind auch genug, um komplexe Szenarien darzustellen. Die Miniaturen verkratzen auch nicht den Schirm, sonst könnte man notfalls noch eine Plexiglas-Scheibe drauflegen. Und das Beste ist, dass man nach kurzer Zeit vergessen hat, dass man seine Miniaturen auf einem Monitor hin- und herschiebt.

Wer es noch einen Tick mehr sophisticated mag, der kauft sich für sein iPad die App Battle Map und überträgt via VGA-Adapter das Bild auf den flachgelegten Monitor. Mit der Software kann man sehr gut Dinge wie „Line of Sight“ oder „Fog of War“ simulieren. Vor allem aber kann man mit Fingerfarben-Technik seine eigenen Karten sehr schnell zeichnen.Wenn ich die Ruhe finde, folgt dazu auch noch ein Bericht.

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Mein Dragon Age Experiment

Ich stelle es ja immer wieder erneut fest und es steht ja auch auf der „Über mich Seite“ in diesem Blog: Ich mag keine Computerspiele und finde sie ausnahmslos ausgesprochen langweilig.

Jetzt gibt es seit etwa einem Jahr das Computer Spiel Dragon Age (und bald dessen zweite Ausgabe), was sich für mich dadurch besonders auszeichnet, dass es als Computerspiel ein analoges Rollenspiel als Gegenpart bekommen hat. Wie immer bei erfolgreichen Computerspielen gibt es auch Romane, die in das Setting einführen sollen.

Ich habe lange gezögert, ob ich den Test wage zu sehen, ob mir Dragon Age zusagt, ob ich mit dem Computerspiel etwas anfangen kann, weil es ja das Rollenspiel gibt etc. Ich bestellte also das Rollenspiel und kaufte mir in einem Download-Shop Dragon Age für Mac. Dazu noch die beiden Bücher und ich war für das Experiment gerüstet. Ich muss zugeben ich hatte zu der Zeit Urlaub und dementsprechend Zeit.

Ich fing mit dem Computerspiel an, einfach weil es nach dem Kauf, respektive Doanload als erstes zur Verfügung stand. Schon nach zwei Stunden beschlich mich wieder diese unglaubliche Langeweile wenn ich am Compter spiele. Das Spiel war in der Tat nett gemacht und macht auf dem 27″ iMac auch ordentlich was her, aber es springt kein Funke über. Ich habe vorher im Web einiges über das Setting gelesen und es klang recht interessant, aber das Computerspiel bleibt einfach dröge für mich. Ich versuchte es die Tage darauf noch mehrfach, auch als ich Buch und Rollenspiel gelesen hatte – das Spiel bleibt völlig unzugänglich für mich. Die Bilder und Geschichten, die mir gezeigt werden bleiben schal und völlig aussagelos. Heute ärgere ich mich, dass ich das Spiel gekauft habe (die Download-Version kann man ja nicht weiterverkaufen), denn ich hätte es besser wissen müssen.

Die Romane sind – und Fantasy Romane lese ich ausgesprochen gerne – nur mittelprächtig. Den ersten habe ich ganz gelesen, den zweiten nur zu einem Drittel. Der erste Roman erzählt sozusagen die Vorgeschichte zum Spiel. Aber Geschichten, wie ein junger Mann zum König wird und Verantwortung übernehmen muss haben wir nicht nur schon zigmal gelesen, wir haben sie auch zigmal besser geschrieben gelesen. David Gaider mag ein begnadeter Spieledesigner sein, aber in der klassischen, schriftstellerischen Autorentätigkeit sehe ich seine Grenzen.

Schließlich das Rollenspiel. Es kommt in einer netten Box daher mit allem darin, was man zum Spielen braucht – inklusive der benötigten Würfel. Der inhalt setzt sich neben den drei D6 aus einem 64-seitigen Spielerhandbuch, einem Spielleiterhandbuch gleichen Umfangs und einer Posterkarte von Ferelden zusammen.

Die Regeln und die Optionen sind begrenzt und einfach zu lernen. Es gibt ein paar Rassen und drei Klassen (Magier, Kämpfer und Dieb), die mittels des einfachen Charakter-Erschaffen-Prozesses schnell erstellt sind. Der Regelmechanismus lautet immer 3D6 plus Ability plus Modifier gegen einen Zielwert. Das an sich besondere ist, dass der Drachenwürfel, das ist derjenige, der eine andere Farbe hat, verschiedene, besondere Wirkungen hat: Er entscheidet wie gut ein Test wirklich gelungen ist (in dem er die Anzahl der Erfolge angibt), im Kampf versorgt der Drachenwürfel den Spieler mit Stunt-Punkten, die in Spezialmanöver umgesetzt werden können und so den kleinen Extra-Kick im Kampf geben und bei Magie-Einsatz gibt er auch die Stunt-Punkte vor. Alles in allem kein Hexenwerk, aber die Idee mit dem Dragon Die finde ich sympathisch.

Das Rollenspiel versorgt einen übrigens mit relativ wenig Fluff, den muss man sich dann doch aus dem Computerspiel und den Romanen besorgen und so doll finde ich den dort auch nicht. Das mag daran liegen, dass Computer-Rollenspiele gar nicht so viel Hintergrund und Details benötigen wie etwa eine klassische D&D Kampagne, beispielsweise Greyhawk oder die Forgotten Realms.

Auch wenn mir die Mechanik des Pen&Paper Dragon Age gut gefällt und ich die Idee, Spieler mit einer analogen Umsetzung eines Computerspiels vom Bildschirm an den Tisch zu locken, unterstützen kann, bleiben für mich alle drei Produktlinien ein wenig blass. Ok es gibt Dämonenplagen und man hat als Zauberer die Templar am Hals, wenn man sich nicht der Gilde anschließt, weil Magie gefährlich für den Geist ist. Aber viel mehr bleibt für mich nicht.

Das Rollenspiel ist für Einsteiger geeignet, die ihre Fantasie aus dem digitalen Werk gespeist bekommen, die Bücher sind allenfalls eine Einleitung zu einem Computerspiel und das Computerspiel ist für mich so langweilig und nichts sagend  wie alle anderen auch. Das mag für mich alleine gelten, weil ich gerne meine eigene Fantasie produktiv werkeln lasse, wenn es darum geht Bilder und Stimmungen zu imaginieren und weil ich ohnehin nicht gerne Geschichten visuell erzählt bekomme, so verzichte ich auf TV, DVD, Konsolen und häufige Kinogänge.

Aber selbst wenn ich meine persönlichen Befindlichkeiten außen vor lasse. Ich denke die drei Medien verschaffen dem Konsumenten keine einheitliche „Experience“. Die Geschichte von Dragon Age mag für ein Computer-Rollenspiel ausreichen, aber für die Komplexität einer Romanreihe oder einer Rollenspielwelt ist es viel zu wenig, was an Impulsen und Geschichten geboten wird.

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i4e: D&D4 Charakterverwaltung mit dem iPhone

i4eEntgegen meinen Gewohnheiten habe ich wieder mal eine Anwendung im Appstore gekauft, und diesmal gibt es leider keine Trialversion. Die Beschreibung klang recht gut: Verwaltung seiner D&D 4 Charaktere auf dem iPhone. Trackingmöglichkeiten über Hitpoints, Powers, Healing Surges etc. Es schien der ideale Begleiter für unterwegs zu sein. Das interessanteste Feature war jedoch der Import der Dateien aus dem D&D Character Generator von D&D Insider.

Ich habe mir dann für € 2,99 die App i4e geshopped und war angesichts der vielen verwaltbaren Daten erst einmal positiv überrascht. Die Datenverwaltung ist jedoch eine völlig „dumme“ Datenbank. Nichts wird automatisch berechnet, man muss Rassen und Klassennamen als Freitext (?!?) eingeben und lauter solchen Bullshit mehr. Der Import der Character Builder Dateien funktioniert (clever gelöst) über einen Webdienst des Herstellers, zu dem man seine Charaktere hinschickt, die App holt sie sich dann die Dateien von dort und importiert sie.

Aber auch hier leider wieder nur halb so gut, wie man es erwartet hätte. Der Import klappt zwar gut, aber es wird nicht alles importiert, gerade die Daten, die nicht in den Character Builder Dateien gespeichert werden, fehlen. Man muss also die Werte seiner ganzen Powers größtenteils von Hand nachtragen und auch das stört gewaltig.

Wertung (2 / 10): Summa summarum ist die Anwendung nur für Leute gedacht, denen es Spaß macht nahezu alles von Hand in die Anwendung zu tippen und dann dort zu verwalten. Zu dieser Gruppe gehöre ich nicht, für mich ist die Anwendung ein klares Fail – und ein relativ teures dazu.

Und sie bestärkt mich in meiner Ansicht, dass ich an einem Tisch, an dem Pen & Paper gespielt wird, weder ein MacBook, noch ein Netbook, noch ein iPhone stehen haben will, sondern lieber mit Stift und Papier arbeite.

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Die ewige Wiederkehr des Gleichen

Auf Spiegel Online war die Tage ein sehr lesenswerter Beitrag zur Geschichte der Rezeption der Rollenspiele. Ein Schelm, der dabei an eine gewisse Ähnlichkeit zwischen der Hatz auf Rollenspiele seinerzeit und der beflissenen Versuche unserer konservativen Politiker, „Killerspiele“ am Computer zu verbieten oder zumindest zu dämonisieren.

Wie man sieht gibt es die Rollenspiele immer noch und sie erfreuen sich ungebrochener Popularität, wie man gerade an Pathfinder feststellen konnte, dessen Startauflage schon vor Verkaufsbeginn ausverkauft war. Auch die Dämonen und Teufel, die man seinerzeit in der zweiten Auflage von AD&D zugunsten der konservativen Christen und besorgter Eltern und Politiker weggelassen hat sind schon lange wieder da und haben einen festen Platz im Rollenspiel-Universum eingenommen.

Alles halb so wild? Ich denke ein Blick in die Geschichte könnte die Historie um die sog. „Killerspiele“ beruhigen und versachlichen.