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Breaking News: Fantasy Flight Games erhält die Star Wars Lizenz

Wie Fantasy Flight Games vor wenigen Minuten bekannt gegeben hat, sind sie der offizielle Lizenzhalter für Karten-, Miniaturen und Rollenspiele im Star Wars Universum.

In einem ersten Schritt werden Anfang 2012 X-Wing und Star Wars: The Card Game veröffentlicht. Handelt es sich bei X-Wing um ein taktisches Schiff gegen Schiff Miniaturen Spiel mit bemalten Miniaturen, soll es sich bei Star Wars: The Card Game um ein kooperatives Kartenspiel im Living Card Game Format handeln.

Es ging lange das Gerücht, um dass die Lizenz vergeben sei, nur an wen war immer offen. Fantasy Flight Games war als möglicher Gewinner der Lizenz immer im Gespräch, da die Firma eine der wenigen ist, die das Kapital und die Marktposition haben, die hohen Lizenzkosten zu zahlen und wirtschaftlich sinnvoll zu nutzen.

Mit dieser Veröffentlichung kommt Klarheit in die Szene, auch wenn weiter offen bleiben wird, inwiefern sich die Warhammer 40k Rollenspiele zu einem möglichen Star Wars Roleplaying Game verhalten. Zwei SF Rollenspiele mit jeweils umfangreichem Hintergrund könnten für einen Publisher zu viel sein.

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Neuerscheinungen im 2. Halbjahr 2011

Ich habe die Tage meine Vorbestellungen zu den Neuerscheinungen, die für das zweite Halbjahr angekündigt sind, vorgenommen. Ich kann nur sagen, dass es eine teure zweite Jahreshälfte geben wird, da doch viele Sachen kommen, die ich sammeln und spielen will. Und da ich @docron zugesagt habe, die Liste zu veröffentlichen, komme ich meinem Versprechen in diesem Post nach.


Aus dem Bereich Nicht-Rollenspiele, sind sämtliche Neuerscheinungen folgender Spiele zu nennen:

  • Warhammer Invasion
  • Lord of the Rings: The Card Game
  • Dust Tactics
  • Tannhäuser

Ob ich die angefangenen Käufe, wie Thunderstone, Nightfall oder Resident Evil fortsetzen werde, glaube ich ehrlich gesagt nicht. Die Extensions bringen selten wirklich etwas Neues in ein bestehendes System ein. Und leider muss man auch oft sagen: Kennt man ein Deck-Building Spiel, kennt man alle.

Das hält mich aber nicht davon ab, mich auf das neue Deck-Building Spiel Rune Age von Fantasy Flight Games zu freuen. Rune Age spielt auf Terrinoth, der FFG eigenen Spielwelt. Und – das ist für mich die größte Überraschung – für das ebenfalls auf Terrinoth spielende epische Runewars wird auch eine Extension erscheinen. Leider keine neue Fraktionen aber neue Optionen, neutrale Einheiten und Regelerweiterungen – das wird für mich im Brettspiel der spannendste Kauf werden.

Im weiteren wären folgende Bestellungen zu nennen: Den dritten Teil der Spiele die auf dem Adventure System von D&D basieren, nämlich Legend of Drizzt, das sich nahtlos an Caste Ravenloft und Wrath of Ashardalon anschließen soll. Alleine wegen des unterhaltsamen Solo-Modus sind die Spiele schon ihr Geld wert. Auch Gears of War ist vorbestellt, wobei das allerdings eher ein Überraschungskauf werden wird. Sollte Arkham Horror: Miskatonic Horror auf Deutsch erscheinen, werde ich mir diese Extension auch besorgen, da ich das Spiel dummerweise auf Deutsch gekauft habe.

Apropos deutsche Spiele, ich werde nach einigem Überlegen wegen permanenten Ärgers mit der Übersetzung oder der Publikation von Erweiterungen einige deutsche Spiele durch ihre englischen Originale ersetzen. Auf entsprechende Auktionen bei Ebay mache ich hier gerne aufmerksam.

Im Bereich Rollenspiele tut sich ähnlich viel. Von einigen Systemen, die ich ohnehin sammele, werde ich auch die kommenden Bücher und Regelwerke erwerben – namentlich zu nennen sind:

  • D&D 4th Edition
  • Dark Heresy
  • Rogue Trader
  • Deathwatch
  • Warhammer Fantasy
  • Eclipse Phase
  • Cthulhutech
  • Trail of Cthulhu
  • Anima Roleplaying Game
  • Corporation

Nebenbei sind aus Gründen der Kontinuität noch Dragon Age und Mutans & Masterminds 3rd und die Neuerscheinung The Void zu nennen. Die beiden angekündigten Erweiterungen zu Legends of Anglerre sind auch bestellt, wobei ich aber andere Fate-Systeme habe, die mich mehr ansprechen.

Ein Highlight wird für mich auch das Erscheinen des vierten Spiels aus der Warhammer 40.000 Reihe sein: Black Crusade. Ich bin gespannt, wie FFG es anstellen wird, das Spielen auf der Chaos-Seite in den Kontext der anderen Bücher zu stellen.

Sehr gespannt bin ich auf das neue Herr der Ringe Rollenspiel. Auch wenn ich nach dem 16. Geburtstag den Mittelerde Fluff zum Spielen nicht mehr so mochte – Stichwort MERS -, zählt eine solche Publikation zum Standard einer jeden Sammlung. Zumal die Ausrichtung der Reihe mit verschiedenen Gegenden und Zeiten sehr attraktiv klingt.

Dazu werden sicherlich noch einige Entdeckungen kommen, wie gerade die One Die Roll Engine, die ich für mich entdeckt habe und mir einige Bücher dazu bestellt habe. Dazu kommen etliche Kickstarter Projekte, die ich unterstütze und die ich in Zukunft interessant finden werde. Wer Spieler ist und Kickstarter noch nicht kennt, der verpasst wirklich faszinierende Projekte jenseits des Mainstreams. Und sollte dieses Jahr bekannt werden wer die Star Wars Lizenz hält und wann ein neues System erscheinen wird: Count me in.

Ich hoffe die Vorschau in meinen privaten Bestellzettel liefert dem einen oder anderen Leser noch Tipps, die für ihn interessant sind. Ich jedenfalls freue mich auf das kommende halbe Spielejahr. Die Spiel und die GenCon haben ja auch noch nicht stattgefunden, so dass dem Spielerherz sicher noch einige Überraschungen ins Hause stehen könnten.

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Kickstarter Projekte im Juni

Immer wenn ich ein paar interessante Projekte auf Kickstarter oder IndieGoGo funde, will ich hier darauf aufmerksam machen. Zum einen weil ich denke, dass die Spiele und Bücher so gut werden, dass sie auch für meine Leser interessant sind. Zum anderen aber auch, um neue Funder für die Projekt zu finden, um so sicher zu stellen, dass das Projekt auch zustande kommt. Wer sich über die Hintergründe zu dem Thema informieren will schaut hier oder hier.

Am erfreulichsten in den vergangenen Wochen war, dass das neue Delta Green Buch „Throug a glass, darkly“ erscheinen wird. Wer den Chtulhu Mythos in der Zeit vom Weltkrieg bis heute schätzt wird hier Ungewöhnliches finden.

An Projekten, die noch laufen und die ich unterstütze sind folgende zu nennen und zu empfehlen:

Age Past Role Playing Game Book
Age Past is turning into a creative and dynamic game. While, every system has strengths and weaknesses, Age Past takes the best rules from all types of existing games, and forges them into a comprehensive system. The game is meant to be dynamic and uses a great new rolling system to help ensure that your character performs the way you envision by employing a method that distributes the results.

The World of Mistrunner
The book contains complete rules using our own easy to use system.  Chose from any of eleven starting races, customizing your character by the choice of individual skills as opposed to a restrictive class system.  Weave magic any way your mind can imagine with our free style magic rules.  Match wits with dozens of denizens of the spectral Mists.  Explore the marvelous city of Wayfarers Way with a full city guide and detailed map.

Age of Lords
Blackbyrne Publishing has been in business since 2009 and produced adventures compatible with the 4th Edition Dungeons & Dragons and Pathfinder RPG games. The adventures released so far are set in a world of my own creation, Braugh (pronounced „brow“), specifically the continent of Thallorand. The world is not ruled by kings, but self-proclaimed Lords and their decedents.  Plagued by years of war and Orc invasion, Thallorand is just now beginning to rise up and dust itself off and „excavation“ work is cropping up all over the continent keeping the adventurers busy and well paid.

Technoir
Technoir is a roleplaying game. You play protagonists like cyber-tweaked couriers, hard-nosed investigators, and drugged-out hackers making opportunities for themselves in a despairing world. Using a rules-light system with enough intricacies to spark new fires of hardboiled crime novels and cyberpunk science fiction, Technoir lets you coax, hack, fight, prowl, and shoot your way through a dark future. It features Transmissions—city guides brimming with plot nodes to inspire your high-tech adventures—that the GM uses to create tangled and compelling plot webs that expand and evolve as the players‘ characters engage it.

Schaut Euch die Projekte an und unterstützt diejenigen, die Euch interessieren. Ihr erhaltet für jede Unterstützung eine Gegenleistung, aber zumindest ein neues Spiel oder Buch.

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Wizards neue Kommunikationsstrategie

Wer die Wizards of the Coast als Kunde begleitet, dem fiel auf, dass sie seit dem Jahreswechsel die Kommunikation mit den Kunden geändert haben. Herrschte bislang meistens reiner Ärger über das Schweigen zu Produkt- und Veröffentlichungsstrategien, finden eben diese Punkte nun eine Würdigung durch die Verantwortlichen. Vermutlich wurde der Ärger und das Unverständnis so groß, dass man sich doch PR Sachverstand ins Haus holte, um den Unmut der Spieler und Kunden zu dämpfen. In verschiedenen Angeboten suggerieren die Küstenmagier den offenen Dialog und eine Transparenz der Entscheidungen. Diese Kommunikationsangebote finden zumeist in den elektronischen Magazinen statt oder ausnahmsweise bei einer Q&A-Runde bei einem Con, wie hier bei der D&D Experience 2011. Jedoch stellt sich bei genauerer Betrachtung die Frage, ob hier wirklich das eingehalten wird, was vorgegeben wird.

Zu den neuen oder neu gestalteten Kommunikationsangeboten gehört unter anderem die Rule-Of-Three, eine neue Rubrik, die im Dungeon und im Dragon gleichermaßen aufgelistet wird. Hier sucht der Community Manager wöchentlich alle möglichen Äußerungen aus der Spielergemeinde ab und formuliert aus den dringlichsten Punkten drei Fragen, die dann von der Research & Design Abteilung beantwortet werden. Auch wenn die Fragen gestellt sein mögen, treffen sie doch ganz gut den Nerv dessen, was man in Blogs und Foren als Fragen mitnimmt. Die Antworten sind meistens befriedigend und kein Blabla.

Eine weitere Möglichkeit nutzt Mike Mearls, seines Zeichens Group Manager for the D&D Research and Development Team, in seiner neuen Kolumne „Legends and Lore“. In dieser Kolumne schaut Mearls nicht nur, woher D&D her kommt und welchen Weg es genommen hat, er schaut auch in die Gegenwart und Zukunft von D&D – genau das also, was sich viele wünschten.

So ganz überzeugt es mich aber nicht. Auch wenn der Auftakt zu Legend and Lore ein flammendes (aber nicht unumstrittenes) Plädoyer dafür war, die Zwistigkeiten der Anhänger der verschiedenen Editionen zugunsten der einen Liebe für das Spiel und das Hobby hintan zu stellen. Nimmt man beispielsweise mal den Artikel „Setting the Pace“ in dem Mearls das Zurückziehen von drei angekündigten Büchern mit der Historie vergleicht und schreibt, dass AD&D 1st Edition in 12 Jahren auch nur 13 Bücher hervorgebracht hat. Außerdem wolle man hohe Qualität garantieren, was man mit den häufigen Releases nicht erzielen könne (vgl. hierzu diesen Artikel). Ein toller Schuss ins Knie, denn das bedeutet umgekehrt, dass die ersten beiden Jahre von D&D 4th Edition durch die hohe Veröffentlichungsdichte nur schlecht gewesen sein können.

Es ist immerhin ein erster Schritt, im Vergleich zu vorher sogar ein großer Fortschritt und es kann nur besser werden. Solange man nicht für blöde verkauft wird, etwa an der Stelle, wo es hieß, dass man die Minis einstelle, weil die Rohstoffpreise zu stark gestiegen wären. Klar, mein Joghurt wird auch eingestellt weil der Rohstoff für die Becher teurer wird – WTF?!? (Beleg muss ich leider schuldig bleiben, es stand aber im Web geschrieben – ehrlich.)

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Crowdfunding für Rollenspiele

Crowdfunding ist eine dieser wirklich netten Sachen, die das Internet erst in großem Stil möglich gemacht hat. Wikipedia definert es so: „Crowdfunding ist eine Art der Finanzierung, durch die sich Aktionen (Produkte, Projekte oder auch Geschäftsideen von Privatpersonen) mit Fremdkapital versorgen lassen. Als Kapitalgeber fungiert die anonyme Masse der Internetnutzer.“

Das ganze funktioniert relativ einfach, wenn man eine der üblichen Plattformen benutzt: Man erstellt eine Ausschreibung für ein Projekt, das man realisieren will. Man setzt eine Frist bis zu welchem Datum man welchen Betrag zusammen haben will. In der Regel wird das Geld zurückgezahlt, wenn die Finanzierung nicht zustande kommt, sprich es werden zu wenig Mittel verbindlich bis zu dem Datum einbezahlt. Im positiven Fall wird das Projekt dann einfach von den Initiatoren gestartet. Um das alles anreizkompatibel zu gestalten, werden gewisse Zusagen für die Investoren gemacht, etwas eine PDF Ausgabe, des Rollenspiels, wenn es fertig ist.

Das Prinzip im Spielebereich Produkte und Projekte von Kunden, Sammlern und Investoren vorfinanzieren zu lassen ist aber nichts neues, nur die Möglichkeit, dies per Mausclick im Web zu tun ist neu. So bietet Open Design LLC mit den OpenDesign Projekten die Möglichkeit, Projekte vorzufinanzieren, indem man sich als Patron einkaufen kann. Ist die kritische Grenze erreicht, geht man an die Arbeit. Das P500 Projekt von GMT Games (Dominant Species) ist ähnlich, auch hier werden erst die Mittel bis zu einer kritischen Grenze erhoben, dann beginnt die eigentliche Arbeit und die Produktion.

Man kann auf diese Art und Weise mit wenig bis keinem Kapital und viel Überzeugungskraft einiges an Projekten stemmen. Die Kunst ist natürlich, das Investmentprojekt für potentielle Investoren attraktiv und entsprechend zu promoten. Zumindest für letzteres bieten Plattformen wie IndieGoGo oder KickStarter auch entsprechende Schnittstellen für diverse Web 2.0 Dienste. Was man seinen Investoren für das Investment im Gegenzug gibt, ist eine weitere Herausforderung.

Ich möchte den Artikel dazu nutzen, um auf zwei von mir unterstützte Projekte aufmerksam zu machen, die mir sehr zusagen:

Eldritch Skies Rollenspiel soll ein Cthulhu basiertes Rollenspiel werden. Auch wenn die Videoperformance des Autors John Snead recht eigenwillig bis spooky ist, hat er immerhin große Teile von Exalted geschrieben und einiges andere mehr. Angeblich steht der Text schon, die Gelder sollen für Illustration, Layout und Druck aufgebracht werden. Es fehlt noch einiges bis zum dem angestrebten $ 5.000 aber es ist auch noch Zeit.

The Trail of Cthulhu Character Builder soll eine einfache Webanwendung werden, mit man sich mal eben schnell einen Investigator zusammenstellen kann. Ich finde $ 1.000 für das Projekt sehr knapp bemessen, aber der Betrag ist nach ein paar Tagen schon beisammen gewesen und wir können und also demnächst auf einen Character Builder für unser favorisiertes Horror-Rollenspiel freuen. Der Aufruf zum Investment ist aber weiterhin offen, da je mehr Geld geraised werden kann, desto mehr Spiele / Erweiterungen werden unterstützt.

PayPal oder ein Amazon Account reichen bei den meisten Plattformen auch schon aus, Kreditkarte geht natürlich auch.

Es ist kein Investment, was sich in barer Münze rechnet, aber man unterstützt dasjenige finanziell, was man unterstützenswürdig findet und bekommt im Idealfall etwas, was man tatsächlich gebrauchen kann, ein Sammlerstück etc. Es ist aber auch möglich mit Renditemodellen und ähnlichem zu arbeiten.

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Spielwoche 04/11: Fantasy Flight Games

Eine weitere Woche der unfreiwilligen Sprechpause ist leider im vollen Gange und ohne Stimme lässt sich schlecht spielen. In der Zwischenzeit ist nur das Bestiary 2 für Pathfinder angekommen. Aber nachdem ich Pathfinder aktuell nicht spiele, wanderte das kaum besehen in das Bücherregal.

Bleibt mir also das fortzusetzen, mit dem ich letzte Woche begann. Das Geschäftsgebahren der WotC zu betrachten. Das ist aber nicht auf Dauer ergiebig noch macht es wirklich Laune. Auch wenn die Küstenmagier an der D&D Experience einiges klargestellt und offengelegt haben, bleibt das Gefühl der Uninformiertheit. Den Monster Builder aus den Adventurer Tools, der jetzt auch als Silverlight-Applikation erschienen ist, als Beta zu titulieren passt ins Bild – das kann man als Sneak Preview durchgehen lassen, aber bitte nicht als Beta.

Insofern enttäuscht von WotC möchte ich mich heute einem Verlag zuwenden, der vieles anders und auch einiges besser macht. Ich muss zugeben, ich bin ein Fan des Warhammer Universums und zwar der Fantasy-Variante wie der 40.000er. Mit dem Tabletop kann ich nichts anfangen aber die Welten sind sehr schön düster, um darin jenseits der High-Fantasy / High-SF zu spielen. Folglich war ich so ziemlich seit dem ersten Tag dabei, als Fantasy Flight Games (FFG) die Lizenz von Games Workshop (GW) bekam und dann nach und nach die eigene Vision der Warhammer Rollenspiele heraus brachte. Mittlerweile sind es eine Menge Bücher und Boxen geworden, aber die Politik scheint klar und vorhersehbar. Das, was ich das letzte mal mit Investitionssicherheit meinte, ist gefühlsmäßig gegeben. Natürlich kann GW die Lizenz zurücknehmen und damit das Ende dieser Warhammer Roleplay Iteration beschließen, aber solche Probleme kann es immer geben. Es ist vielmehr die klare Roadmap, die FFG vorgibt, was im kommenden halben bis dreiviertel Jahr erscheinen wird. Die Roadmaps werden bis auf manche Terminverschiebung auch eingehalten und man kann als Konsument planen, was man wann kauft oder wann braucht.

Ich finde auch den Ansatz von Warhammer Fantasy 3rd Edition gelungen, mehr mit Karten, Markern und Material zu arbeiten. Auch wenn FFG mittlerweile bezüglich des Grundregelwerks auch gebundene Bücher anbietet, bleibt der innovative Ansatz bestehen – auch durch das Würfelsystem.

Auch in Sachen neuer Medien versucht sich FFG und das ziemlich vorsichtig aber konsequent. Zuerst erschien als iPhone App ein Würfeltool für Warhammer Fantasy, was es einem erlaubt, Würfelpools zusammen zu stellen, ohne Ende Würfel auf dem Tisch liegen zu haben. Das Tool ist einfach erfüllt seinen Zweck, kostet nicht die Welt und hat bereits in der ersten Version anstandslos funktioniert. Man könnte jetzt lamentieren warum kein Android, aber ich denke die klassischen Verlage müssen einfach ausprobieren was geht und Schritt für Schritt machen – und iOS als Premiumplattform macht da durchaus Sinn.

Mittlerweile hat FFG ein umfangreicheres Tool für das iOS herausgegeben und zwar ein Toolkit für das beliebte Brettspiel Arkham Horror. Auch hier ist wieder eine Würfelengine an Bord, aber mit Karten, Charakterverwaltung und vielem Content integriert. Geschickt gemacht ist das In-App-Purchase, mit dem den Content aus den Erweiterungsboxen erwerben und in die App integrieren kann – ja, ich weiß von wegen Geldmacherei, aber warum nicht, wenn Bedarf besteht?

Über die Brettspiele von FFG muss man nicht viel sagen, viele sind sehr gut, einige herausragend – das soll aber nicht Thema dieses Posts sein. Mir geht es darum, wie FFG mit seinen Kunden kommuniziert, wie innovativ man sich gibt und wie zuverlässig FFG ist.

Und wie gesagt: Bis auf einige Versäumnisse beim Einhalten von Lieferterminen fühle ich mich bei FFG bestens aufgehoben. Die Produkte sind gut und qualitativ hochwertig verarbeitet und der Spielspaß ist gegeben. Einige Settings wie etwa Rogue Trader sind sogar an die Spitze meiner Lieblingssysteme gewandert und das in sehr kurzer Zeit. Ich würde mir wüschen, dass die Küstenmagier ein wenig von dieser Politik übernehmen würden, es wäre gut für das System, die Händler und nicht zuletzt die Spieler.

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Spielwoche 02-03: Wizards of the Coast

Die Wochen war spieltechnisch nicht sonderlich ergiebig. Eine mehrtägige Geschäftsreise von der ich eine Grippe mitgebracht habe, machte sämtliche Termine zunichte, insbesondere eine Runde Runewars, von der ich hoffe, dass wir sie bald nachholen können. Bestellungen hatte ich auch keine laufen, so dass ich auch dort nicht viel berichten kann – ich habe mich in den wenigen ruhigen Momenten mit der Alten Welt von Warhammer Fantasy beschäftigt, aber dazu ein ander mal mehr… Zu guter letzt ist jetzt meine Stimme seit rund zehn Tagen völlig weg, so dass ich gar nicht mehr mit der Umwelt interagieren kann, natürlich auch nicht spielen.

Dafür tut sich etwas an der Nachrichtenfront, wenn auch nicht immer das beste, was man sich vorstellen kann. Wenn es eine Firma gibt, die seit Jahren die Auszeichnung für die schlimmste PR hat, wären das wohl die Wizards of the Coast. Mit ziemlich versteckten Blogeinträgen werden dort Produktänderungen und -Abkündigungen unkommentiert abgestellt – die Interpretation für den Handel wie für die Käufer muss sich jeder zusammen suchen.

Wer diesen Blog liest stellt fest, dass ich grundsätzlich erst einmal den Bemühungen der Küstenmagiern otpimistisch gegenüber eingestellt bin. Grundsätzlich herrschte bei mir das Gefühl vor, ok die haben Probleme und probieren das eine oder andere aus, aber grundsätzlich wissen sie noch, was sie tun. Müssen sie ja, es steckt ja ein Riesenkonzern mit allen Raffinessen der Gewinnermittlung dahinter – denkste!

Was aber die Tage durch die Blogs spülte war schon von der Qualität, dass ich mich fragen musste, ob ich noch auf das richtige Pferd setze. Klar ich mag die 4th Edition sehr, ich habe alle Hardcover-Bücher und etliches mehr und spiele sie sehr gerne als Spieler und Leiter. Jedoch hätte ich als Konsument gerne so etwas wie eine Art Investitionssicherheit. Klar neue Editionen wird es immer gegen und darum soll es auch gar nicht gehen. Es soll bspw. darum gehen, dass ich für DDI das gleiche bezahlen soll wie bisher, ohne erstmal dafür einen Mehrwert zu erhalten. Durch die Einsparung der kompilierten Ausgaben von Dragon und Dungeon muss ich jetzt alle paar Tage auf die Seite und die Artikel einzeln ablegen, statt einmal im Monat das „Heft“ runter zu laden und zu lesen. Das spart die Wizards höchstens zwei Manntage im Monat ein hat aber deutlich negativere Auswirkungen auf die Brand Awarness: Warum zahlen, wenn ich letztlich nur noch einen etwa edleren Blog dafür habe. Und warum verschwinden zwei Bestandteile von D&D, die es schon seit der Urzeiten gab.

Auch drei wichtige angekündigte Bücher zurückzunehmen ist ein starkes Stück. Es erscheint ja jetzt kaum noch etwas für die 4th Edition, wie soll den ein System ohne Zustrom von Neuem attraktiv bleiben. Ich brauche persönlich jetzt nicht drei Hardcover Bücher im Monat – aber mehr als das Trauerspiel sollte auch geboten werden. Ein nicht unbedeutender Reiz für einen Spieler und Sammler eines Spiels sind die regelmäßig Erweiterungen an Regeln, Content und Fluff

Es spielt mir auch nicht so sehr die Rolle, inwiefern sich D&D verändert oder es bald eine 5th Edition gibt – hauptsächlich es tut sich was. Ich will wissen, ob ich auch in Zukunft meine Bücher nutzen kann und ich will wissen, ob der Marktführer noch einmal die Innovationskraft besitzt, das Ruder rum zu reissen. Selbst wenn ich mit TCG Elementen am Rollenspieltisch sitzen sollte: warum nicht – wenn es Spaß macht und gut gemacht ist. Es ist doch legitim wenn eine öffentlich notierte Firma, Gewinnabsicht verfolgt – so ein Vorwurf, den ich beim Leser vieler Deutscher Blogs nicht nachvollziehen kann.

Mir wäre jedenfalls sehr viel wohler, Hasbro ließe etwas seiner kommunikativen Fähigkeiten in die Räume der Wizards und schafft so, was die Wizards von sich aus leider nicht mehr zustande bekommen: Einen ehrlichen und respektvollen Dislog mit denen, die letztlich ihre Mieten zahlen!

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Zwischenruf: D&D 4 Fortune Cards

Nun ist so weit: Im Februar kommen die D&D 4 Fortune Cards in den Handel, was die D&D 4 Gemeinde in Aufregung versetzt – wenn auch nicht immer in positive Aufregung. Die Stimmen, die die Wizards of the Coast beschuldigen, aus einem klassischen Rollenspiel ein Trading Card Game machen zu wollen, sind genau so zu hören, wie diejenigen, die den Küstenmagiern vorwerfen, aus Profitsucht ihre Ideale über Bord zu werfen (wenn sie sie denn mit der 4. Edition nicht schon längst über Bord geworfen haben).

Das Kuriose dabei ist, dass die Rufer genau diejenigen sind, die Abende, Wochenenden und ganze Cons lang, mehr oder minder gute Living Forgotten Realms Abenteuer geleitet und gespielt haben, nur um sich dann von den Wizards als Goodie ein paar Karten mit der einen oder andern +1 zuschicken zu lassen. Rechnet mal Eure Lebenszeit in Geld um, dann kann man direkt froh sein, dass man sich seine Boni nun für wenig Geld kaufen kann…

Aber nun ernsthaft und genug der Ironie : Was spricht dagegen, dass eine Firma eine Idee in die Tat umsetzt und sich diese Idee dabei auch noch bezahlen lässt? Und die Idee ist in der Tat nicht schlecht. 80 Karten in der ersten Serie sind eine überschaubare Investition trotz Randomisierung und Seltenheitsstufen. Und die Vorteile der Karten sind nicht zu leugnen, sie bringen etwas Zufälliges in das Spiel hinein, was vorher so nicht da war. Andere Spiel-Systeme nennen das Bennies oder Fate Points und nutzen diese Boni universeller – aber das Konzept bleibt interessant. Wer sich einmal den Mechanismus von Gamma World angesehen hat, wird merken, dass dort die spontanen Mutationskräfte und die technologischen Artefakte, die durch die Karten in das Spiel kommen, erst das Salz in der Suppe sind.

Im Übrigen wird niemand gezwungen, die Fortune Cards einzusetzen, sie sind wie die WotC schreiben:

It’s important to point out that Fortune Cards are not a requirement for D&D play; they are an enhancement that simulates blind luck, the winds of fate, or divine influence.

Ich begrüße den Versuch der Küstenmagier, das Spiel um einen neuen, anderen und interessanten Aspekt zu erweitern. Es wird sich zeigen, ob das Spiel durch die Karten genauso gewinnt wie Gamma World – aber das muss man abwarten, bis die ersten Booster Packs erhältlich sind. Meine Order steht in jedem Fall fest…

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Von Büchern und Boxen

Ob Rollenspiele in Büchern oder Boxen ausgeliefert werden sollen ist eine Geschmackssache. Ich persönlich mag die hunderte Seiten dicken Hardcover-Bücher lieber als Boxen. Jetzt gibt es eine kuriose umgekehrte Koinzidenz bei zwei großen Rollenspielherstellern, was das Auslieferungsformat betrifft.

Wie bekannt verabschieden sich die Wizards of the Coast von den Büchern und schicken die nächsten Monate Boxen mit dem neuen Brand D&D Essentials auf den Markt. Einer der Hauptgründe ist, dass durch das Format und die simplifizierten Regeln, (Wieder-)Einsteiger einen leichteren Zugang zum Hobby bekommen sollen. Die Bücher haben sich wohl nicht so gut verkauft wie erwartet, so dass man auf diesem Weg, neue Spieler- und damit Käuferschichten erreichen will.

Umgekehrt Fantasy Flight Games, die mit dem Warhammer Fantasy Roleplaying Game scheinbar alles richtig gemacht haben. Sie haben sich von Beginn an Einsteiger gewendet, indem sie toll aufgemachte Boxen mit Komplettpaketen und vielen einsteigerfreundlichen Accessoires ausgeliefert haben. Nach allem, was man so Hören und Lesen kann, läuft WHFRG 3 hervorragend und einige Produkte sind ausverkauft und müssen in einen zweiten Druck. Trotzdem schwenken Fantasy Flight Games nun auf einen hybriden Weg ein, in dem die Regeln aus den Boxen nochmals in Form von Büchern ohne Powercards, Figurenaufsteller und die ganzen Accessoires ausgeliefert werden. Einige Regeln werden einem Update unterzogen, einige Regeln kommen hinzu. Aber es ist weniger eine neue Edition als D&D Essentials eine sein könnte. Die Gründe für die neue Buchform sind laut der Website, dass der Wunsch nach den guten alten Regelbüchern ohne Tand besteht, und die Firma dem Verlangen nachkommen will. Einige Produkte werden sowohl als Buch und zusätzlich mit einer optionalen Box geliefert, in dem sich dann die ganzen Accessoires befinden – etwa Creature Guide und Creature Vault.

Geht man bei WotC den Weg vom erfahrenen Rollenspieler hin zu neuen Käuferschichten, die dem Einsteiger-Level zuzuordnen sind geht man bei FFG den umgekehrten Weg. Die Käuferschichten sollen von den Einsteigern hin zu den Langzeit-Spielern erweitert werden.

Eine kuriose Entwicklung, gegenläufig aber dennoch parallel. Welcher Weg geschickter ist, kann man schlecht sagen. Zwar scheinen bei D&D4 die Verkaufszahlen schlechter als geplant und bei WHFRPG3 besser. Wer weiß aber wie stark erst die Ablehnung ggb. D&D4 gewesen wäre, wäre man zuerst mit bunten Boxen und noch stärker vereinfachten Regeln auf den Markt gekommen.

Ich besitze D&D4 und Warhammer Fantasy 3 weitestgehend vollständig und ich werde mir eher die Warhammer Bücher als die D&D Essentials Boxen kaufen. Einfach weil ich mit D&D4 so wie es ist zufrieden bin, ich aber gerne die Warhammer Regeln in Buchform hätte, ohne mich durch hunderte von Karten wühlen zu müssen, um bspw. ein Gefühl für die Mächtigkeit eines Zaubers zu bekommen.

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Das Ende von D&D 4…

…bricht an könnte man meinen, wenn man die Blogosphäre so mitverfolgt. Seit es die Gerüchte (oder auch auf Deutsch) gibt, dass WotC die Hardcover Bücher einstellen will und sich von nun an voll auf die Essential Reihe konzentrieren will, schlagen die Wellen hoch. Die Befürchtungen reichen bis hin zu der Angst vor einer verkappten Einführung einer Edition 4.5.

Ich persönlich finde die Entwicklung, wenn sie denn stimmt, schade, denn ich mag die Bücher. Boxen sind auch nett, wie ich von früher weiß und jetzt an Warhammer Fantasy 3rd Edition sehe, aber die D&D4 Bücher haben schon eine besondere Klasse.

Aber, um nochmals die Überschrift aufzugreifen: Habt Ihr euch schon mal überlegt, was passiert wenn WotC mit der Essential Reihe nicht erfolgreich ist? Die bisherige 4. Edition ist wohl nicht so erfolgreich wie geplant, sonst bräuchte man auch keine Essential Reihe. Ob das D&D Encounter Format so erfolgreich ist, ist fraglich, sonst müsste man keine ganz neue Serie an den Start bringen, um neue Spieler zugewinnen.

So bleibt die Frage, was passiert, wenn D&D Essentials floppt?
Hasbro ist ein Riesenkonzern ohne Sentimentalität für Marken und Geschichte – da zählt nur Shareholder Value. Ich will den Teufel nicht an die Wand malen, aber bei Star Wars wurde die Lizenz nicht verlängert bei Dungeons & Dragons könnte man sie auch veräußern…